Gailertsreuther Mhle

Pressebericht 28.05.12 - ''Ahnfrau mit Burnout-Syndrom''

Ahnfrau mit Burnout-Syndrom

Kabarettistin Gerti Gehr treibt beim 400-jährigen Jubiläum der Gailertsreuther Mühle ihr Unwesen

Floß. (ggü) „Ahuiiii" geisterte es am Pfingstsonntagabend in der Gailertsreuther Mühle. Zum 400-jährigen Mühlenjubiläum zeigte sich die einzige weibliche Ahnfrau im Flosser Land erstmals und ließ 200 Gäste wort- und witzreich an ihren Erlebnissen in und um die Mühle teilhaben.

Eifersüchtig reagiert die Ahnfrau auf ihre lebende weibliche Konkurrenz mit der sich Müllermeister Gerald Meierhöfer umgibt. Aber die Geisterfrau weiß sich zu helfen: „Wenn der Gerald furt will, dann schalte ich die Mühle auf Störung und dann kummt er scho wieder!" Aber eigentlich ist der Gerald ja der „Allerdammischte von allen", macht die Mühle immer moderner und sie braucht doch alte Gemäuer zum Geistern. Das stresst und deshalb ist sie auch die erste Ahnfrau mit Burnout-Syndrom.

Viele Rollen

Gerti Gehr, die Kabarettistin aus dem Bayerischen Wald, schlüpfte beim Jubiläumsabend im Zelt im Mühlenhof in zahlreiche Rollen und ließ das Publikum hintersinnig Einsicht nehmen in deren alltägliches Leben. Als „Berta Kennstdiaus" ist sie im Tower der Deutschen Bank als zertifizierte Reinigungfachkraft mit dem neuesten Optiwisch-Betriebssystem (Schrubber) unterwegs. „Aber in der Deutschen Bank geht´s net so genau, da wird so manches unter den Teppich gekehrt", weiß sie.

Gute „Bildqualität"

Beim Wischen ereifert sie sich über das schlechte Fernsehprogramm. Da bildet sie sich schon lieber mit der Bildzeitung. Auch ihr Mann lobt die BILD, vor allem die „Bildqualität" auf der ersten Seite. Und dann diese Sendungen über „Patschwok-Familien". „Das kommt wohl von dem chinesischen Wok, wo alles in einen Topf gehauen wird." Als Dieter Bohlen´s Bettspielzeug verwandelt sich Gerti Gehr plötzlich in einen sexy Vamp. Als aufgepumpte Silikonpuppe kommt sie weg von den Oberflächlichkeiten wie die Wirtschaftskrise, hin zu den wirklich wichtigen Themen wie Körperrasur und Schönheitsoperationen. „Als Frau bin ich der reinste Investmentfonds", sinniert sie.

Dass es in Floß lauter Idealisten gibt, hat sie als Busfahrer (jetzt mit Anzug und Krawatte) bei einer Kulturfahrt nur mit Männern nach Tschechien erfahren: „Jeden Kilometer schmeckst, wenn die Männer schwitzen." War da auch der Bürgermeister dabei? Der will wohl die Energiewende auch noch in der Tschechei anschieben.

Der Frührentner Kurt Kauzinger (im Trainingsanzug mit Badeschlappen am Kiosk) mit seinem imaginären Hündchen Waldemar hat ständig Probleme mit den Nachbarn. Die „Vollgaser" regen sich wegen jedem „Scheißdreck" auf. Wenn der im ebay ersteigerte Waldemar ein halbes Schnitzel gefressen hat, dann muss er halt mal und dann schaut der Kurt, dass der Hund es grad noch so an den Baum des Nachbarn schafft.

Als alternative WG-Bewohnerin kommt Gerti Gehr direkt vom Morgentautreten und dem Aufsammeln von positiven Schwingungen in den Kadaver-Laden (Metzgerei) und will von stressfrei getöteten Bio-Tieren zu fair ausgehandelten Preisen 18 Gramm Mortadella kaufen. Dass Michael aus dem Publikum genauso denkt wie sie, findet sie „knuffig" und wünscht sich, dass er in ihre Wohngemeinschaft einzieht. Ja und sie hat jetzt auch einen neuen Laden, erzählt sie. Einen Handy-Laden mit enorm viel Schwingungen, denn sie muss Kohle scheffeln für ihre teuren Esoterikseminare.

Im weißen Schlafrock

Und nach zwei Stunden wird es plötzlich dunkel im Zelt, Leo Muckenthaler am Piano lässt schauriges Mitternachtsläuten ertönen und noch einmal kommt die Ahnfrau im weißen Schlafrock mit Kerze in der Hand und offenbart den Gästen, dass neuerdings nicht nur sie, sondern auch der Mühlenkobold „Schbelzl" sein Unwesen auf der Gailertsreuther Mühle treibt. Im Anschluss an den Auftritt einer meisterlich parodierenden Gerti Gehrhatte das vom vielen Lachen gut gelaunte Publikum noch mal Gelegenheit zu Cocktails an der Bar.


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